LucasArts ist heute eine der bekanntesten Firmen im Bereich Video- und Computerspiele. Der Name steht zum einen für interessante und innovative Spiele und zum anderen natürlich für Star Wars Spiele. Interessanterweise produzierte oder vetrieb LucasArts keine Star Wars Spiele in ihrer Anfangszeit. George Lucas wurde auf die Idee gebracht eine Videospieleabteilung zu gründen als Atari an ihn herantrat und nach einer Star Wars Umsetzung für deren Arcade Automaten fragte. Mit der finanziellen Unterstützung von Atari wurde Lucasfilm Games gegründet, die sich 1989 in LucasArts umbenannten.
Da Atari Lucas dabei half in den Videospielesektor zu expandieren bekamen sie auch die Rechte an der Umsetzung der Filme für ihre eigenen Automatenspiele. Lucasfilm Games konzentrierte sich in dieser Zeit Fuss im Videospielgeschäft zu fassen. Dies schafften sie, mit interessanten Spielen, im Handumdrehen. Da sie die Rechte an der Umsetzung der Star Wars Spiele an Atari abgetreten hatten überliessen sie dies komplett Atari. Selbst die Versionen für Heimcomputer und Videospielekonsolen wurde nicht von LucasArts produziert oder vertrieben. Dies lag in der Hand von Parker Bros., die einen kurzen Ausflug in das Videospielegeschäft machten, und später Domark.
Atari Star Wars
Atari war der führende Arcade Automaten Hersteller der 70er und 80er Jahre. Mit diesem finanziellen Backround hatten sie kein Problem Lizenzen zu aqquirieren. Viele Spiele aus Japan wurden von Atari in den USA vertrieben und bescherte Atari innerhalb kürzester Zeit einige erfolgreiche Hits wie "Space Invaders". Mit Star Wars hoffte Atari seine marktbeherrschende Stellung weiter aus zu bauen. Die Star Wars Aracade Automaten stellen dabei einen gewissen Höhepunkt der Videospielegeschichte dar. Zum einen handelte es sich um Automaten die nach dem Vektor Prinzip funktionierten. Der Unterschied zwischen einem normalen Videospiel und einem Vektor Videospiel besteht darin das der Bildschirm bei einem normalen Videospiel mit Bildpunkten gefüllt wird. Bei einem Vektor basierten Videospiel zeichnet der Bildschirm Linien und eben keine einzelnen Bildpunkte. Wer sich darüber informieren möchte sollte mal den Wikipedia Artikel zum Thema Vektorgrafik lesen. Dies war nicht wirklich ungewöhnlich da es in den späten 70er Jahren und frühen 80er Jahren einige Vektor basierte Videospiele gab. Allerdings waren diese Spiele wesentlich seltener als Pixelgrafik Spiele, was Star Wars noch einen besonderen Touch gab. Der wirklich entscheidende Schritt in der Entwicklung der Videospiele stellen die digitalisierten Sätze aus Star Wars dar. Während dem Spiel kann Man Sätze wie "Red Five standing by." hören. Damit ist Star Wars das erste kommerziell vertriebene Videospiel mit digitalisierte Sprache. Das Spiel enthält nicht weniger als 9 digitalisierte Sätze! Auch R2D2 piepst während dem Spiel.
Der Automat
Die Star Wars Arcade Automaten gab es in zwei Ausführungen zu kaufen. Zum einen im üblichen Arcade Gehäuse, das man von anderen Arcade Automaten kennt, und in einem Gehäuse in das man sich setzen konnte. Die Gestaltung dieser Arcade Automaten ist sehr verspielt. So wurde z.b. ein Joystick gebaut der sich an Lukes Joystick im X-Wing orientiert. Auch die Verkleidung der Automaten bekam ein, optisch ansprechendes und verspieltes, Äusseres verpasst.
Der Joystick
Das Spiel
Als der Star Wars Arcade Automat erschien schlug er sprichwörtlich ein wie eine Bombe. Das Spiel war eine sehr gute Umsetzung, die natürlich ihrer Zeit entsprechend ist. Die Vektorgrafik bot ein äusserst ansprechendes Design des Spiels und erlaubte pseudo 3D Grafik. Auch die, bereits angesprochenen, digitalisierten Sätze aus Star Wars begeisterten die Spieler.
Screenshot Gallerie
Im Spiel übernimmt man die Rolle von Luke Skywalker. Die Aufgabe ist es den Todesstern zu zerstören. Allerdings ist dies, wie für ein Arcade Spiel aus dieser Zeit üblich, das sich das Spiel so lange wiederholt bis man keine Schildenergie mehr besitzt. Man fliegt Angriffswellen die immer mit der zerstörung, wenn man es schafft, des Todessterns enden. Nach jeder Angriffswelle steigert sich der Schwierigkeitsgrad.
Das Spiel ist in 3 Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt ist der Kampf um den Todesstern. TIE Fighter versuchen zu verhindern das man die Oberfläche des Todessterns erreicht. Im Gegensatz zum Film begegnet der Spieler bereits hier Darth Vader. Dies ist der einzige Tie Fighter der sich nicht zerstören lässt. Die TIE Fighter zerfallen nachdem sie getroffen wurden. Ihre Blasterbolts sind gefährlich wenn man von ihnen getroffen wird. Man sollte daher versuchen sie zu zerstören. Mit dem ansteigenden Schwierigkeitsgrad erhöht sich hier die Geschwindigkeit und die Feuerrate der TIE Fighter.
Im zweiten Abschnitt befindet man sich direkt auf der Todesstern Oberfläche. Hier muss man die Turbolaser des Todessterns vernichten. Auch sie schiessen zurück und können einiges an Schaden anrichten. Man sollte sie daher schnell elimieren. Auch hier erhöht sich die Feuerrate der Turbolaser mit dem ansteigenden Schwierigkeitsgrad.
Der dritte Abschnitt ist der Trenchrun. Hier muss man wieder auf die Turbolaser aufpassen. Ihre Feuerrate erhöht sich ebenfalls mit dem ansteigenden Schwierigkeitsgrad. Im Graben befinden sich ebenso Hindernisse um die man herumfliegen muss. Ihre Zahl erhöht sich mit dem ansteigenden Schwierigkeitsgrad. Am Ende des Grabens muss man rechtzeitig seinen Torpedo auf den Lüftungsschacht des Todessterns abfeuern. Schafft man es nicht rechtzeitig verliert man eine Schildeinheit weil man mit der Wand am Ende des Grabens kollidiert. Schafft man es seinen Torpedo rechtzeitig in den Luftschacht zu feuern oder überlebt den Aufprall an der Wand beginnt das Spiel, mit einem gestiegenen Schwierigkeitsgrad von vorne.
Die teure Variante
Die normale Variante - Seitenansicht
Die normale Variante - Frontansicht
Parker Bros.
Die Firma Parker Bros. die man eher von Brettspielen kennt, übernahm den Vertrieb der Homecomputer und Videospielekonsolen Umsetzungen. Sie produzierte die Umsetzung für die Atari 400 / 800 Homecomputer Linie, den C64 sowie für die beiden Atari VCS / 2600 und Atari 5200 Konsolen. 1984 zog sich Parker Bros. aus dem Computer- und Videospielemarkt zurück. Domark erhielt 1988 die Lizenz für Star Wars Spiele und veröffentlichten 1988 Star Wars auf nahezu jedem Homecomputersystem dieser Zeit.
Die Bilder für diesen Bericht wurden mit freundlicher Genehmigung von Killer List Of Video Games in Bantha.de aufgenommen.