Video CDs
Phillips neues Videoformat

Die Video CD, oder kurz VCD, ist eines der Formate das in den letzten Jahren ein Revival erlebte und in den letzten Jahren sehr erfolgreich war obwohl die VCD schon längst zum alten Eisen gehört. Phillips führte die VCD anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts ein. Gedacht war die VCD eigentlich um das VHS Band ab zu lösen und eine bezahlbare Alternative zur Laserdisc an zu bieten. Da die Qualität, die meistens mit der Qualität eines VHS Bandes verglichen wird, teilweise sehr schlecht ist und die Geräte zum Abspielen von VCDs überteuert waren konnte sich die VCD bis heute, eigentlich nie richtig durchsetzen. Lediglich in Asien und einigen Golfstaaten konnte sich die VCD einen sehr grossen Marktanteil sichern. In manchen Asiatischen Staaten waren Videobänder aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit schlichtweg ungeeignet. Daneben verliert die VCD auch durch ein vielfaches abspielen nicht an Qualität wie ein Videoband. In Europa ist die VCD eher dafür bekannt das viele Bootlegs (Raubkopien) auf VCD auf den Markt kamen. Ein weiteres Manko war auch die Strategie von Phillips. Das CDI war eine Spielekonsole von Phillips die man mit einer VCD Karte nachrüsten konnte um auf dieser Spielekonsole eben auch VCDs anschauen zu können. Die Idee dahinter war das man interaktive Schulungsprogramme und Unterhaltunsprogramme anbieten wollte die sowohl auf Text, Audio und Video zurückgriffen. Jedoch kostete diese Videokarte meistens ebenso so viel wie das CDI Gerät selbst. Geräte die diese Videokarten bereits integriert hatten kosteten teilweise mehr als 500 Euro. Phillips wollte mit CDI hoch hinaus und hatte sogar einen Vertrag mit Nintendo. Die dadurch entstandenen Super Mario Spiele konnten das CDI jedoch auch nicht mehr retten.

Wie auch bei der DVD gab es auf VCD alle Genres und auch ein grosses Special Interest Angebot. Das CDI Konzept von Phillips konnte sich im privaten Sektor nicht durchsetzen. Spezielle CDI Angebote die z.b. bei Fahrschulen oder in der Berufsausbildung als Interaktive Trainingssysteme eingesetzt wurden und sicherlich auch heute noch eingesetzt werden, wurden von Phillips und anderen Lizenznehmern vertrieben.

Daher geriet die VCD, in Europa und den USA, bis zum Siegeszug der DVD fast in Vergessenheit. Da fast jeder DVD Player auch Video CDs abspielen kann und das Format einige Erweiterungen erhielt boomte die VCD kurzzeitig wieder als privates Videoformat.

Drei Beispiele wie handelsübliche VCDs aussehen:

Phillips VCD mit CDI Aufdruck

Phillips VCD mit Video CD Aufdruck

 

Eurovideo VCD mit CDI Aufdruck

 
Filme auf VCD

Eine VCD ist eine normale CD-Rom mit dem Fassungsvermögen von 650 MB. Die Kompression, um einen Film klein genug zu bekommen um ihn auf eine VCD speichern zu können, ist nicht derart gut ausgereift wie bei der DVD. Zum einen braucht man für einen Spielfilm mindestens 2 CD-Roms und zum anderen ist das Bild von der Qualität zwischen absolut mies bis annähernd DVD ähnlich. Das grösste Manko der sog. MPEG 1 Kompression ist die Häufigkeit der Artefakte. Artefakte nennt man z.B. die Quadrate die durch die Kompression entstehen oder sichtbare Abstufungen bei Farbverläufen. Man darf auch nicht vergessen das eine Seite einer DVD das Fassungsvermögen von 9 GB bietet (bei 2 Layers) und bei der DVD die weiterentwickelte MPEG2 Kompression verwendet wird! Artefakte entstehen auch bei der MPEG2Kompression, wobei diese oft nur beim Abspann bemerkbar werden, wenn überhaupt. Vorallem DVDs die kurz nach der Einführung der DVD auf den Markt kamen haben noch mit Artefakten zu kämpfen. Dafür bietet eine VCD astreines, da digitales, Dolby Digital 2.0. Der grösste Vorteil der VCD ist das sie, im Gegensatz zu Videobändern, verschleissfrei abgespielt werden kann. Durch die Weiterentwicklung wurde die Qualität der Filme verbessert. Manche VCDs besitzen daher eine DVD ähnliche Qualität auch wenn diese bei weiterm keine wirkliche DVD Qualität erreichen können. Durch die stetige Weiterentwicklung gibt es inzwischen auch Formate wie die Super VCD die eine weitere Qualitätssteigerung darstellen und der Qualität einer DVD am nächsten kommen. Durch das Super VCD Format ist es möglich einen kompletten Spielfilm auf eine einzige 800 MB CD-Rom zu bekommen. Jedoch muss man hier Abstriche machen was die Framerate angeht. Trotzdem ist die VCD, und die S-VCD, für viele Filmfans die erste wahl, gerade dann wenn diese keinen DVD Brenner besitzen.

Die Features
Die VCD besitzt einige Features die selbst von der DVD übernommen wurde. Die Filme sind in Kapitel unterteilt. Jedoch besitzt eine CD in etwa 6-8 Kapitel. Daher springt man meist über mehrere Szenen. Der Ton ist in digitaler Form gespeichert. Dabei handelt es sich um Dolby Digital 2.0 Sound. Eine S-VCD kann mehrere Tonspuren abspielen. Untertitel können angezeigt werden. VCDs können Menüs enthalten. Zusatzsoftware kann auf der CD gespeichert werden. Interaktive Programme sind möglich. Im Gegensatz zur DVD gibt es festgelegte Spezifikationen die im sog. Green Book festgelegt sind. Bei der DVD hat man in einigen Bereichen wie dem Menü noch einen Freiraum, der Grund warum manche DVDs nicht auf allen Playern laufen. Dies kann bei einer normalen VCD nicht passieren, jedoch halten sich längst nicht mehr alle VCD Formate wie eben die SVCD an diese Standarts.
Star Wars auf VCD
Über den Release von Star Wars gab es viele wilde Gerüchte. Jedoch kam Star Wars in Europa nie auf VCD auf den Markt. In Australien wurde sogar die 2000er Special Edition auf VCD auf den Markt gebracht. In Hong Kong wurde EP 1 und Ep 2 auf den Markt gebracht. Die meisten Star Wars VCD Releases sind allerdings Bootlegs die immer wieder nach Deutschland gelangen.
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